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RHD-2 Kaninchenimpfung

Aufgrund der Seuchenlage (letzte gemeldete Todesfälle Juni 2017 - siehe auch LVZ) und der Nachfrage unserer Kaninchenbesitzer bieten wir noch Termine zur Nachimpfung der Kaninchen gegen RHD-2 an.
Es gibt mittlerweile verfügbare Einzelimpfstoffe Filavac (Impfung jederzeit ohne Anmeldung möglich) und Impfstoffe in größerer Abpackungsform Filavac / Eravac (Sammelimpftermine nach telefonischer Anmeldung).

Zu den preislich günstigeren Sammelimpfungen melden Sie sich bitte telefonisch in der Praxis Landsberger Str. 32 unter 0341/9119444 an.

Trotzdem sollte der Schutz gegen Myxomatose und RHD-1 nicht vergessen werden (Einzelimpfstoffe verfügbar, nächste Sammelimpfung Frühjahr 2018 und bei Bedarf Herbst 2017).

RHD2Impfung1

Auszug Impfempfehlungen Kaninchen der Ständigen Impfstoffkommission (STIKO)


Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen (RHD) 
Ätiologie 
Bei dem Virus der ansteckenden Kaninchenseuche (engl.: rabbit hemorrhagic disease virus) handelt es sich um ein Calicivirus mit weltweiter Verbreitung. Es sind verschiedene Stämme beschrieben, die sich hinsichtlich ihrer Virulenz und Antigenität zum Teil deutlich unterscheiden. Seit 2013 tritt in Deutschland eine neue Variante des Virus, RHDV-2, auf, gegen die die bisherigen Impfstoffe nur einen partiellen Schutz vermitteln
Caliciviren sind relativ stabile Viren, lassen sich jedoch mit den üblichen chemischen Desinfektionsmitteln leicht inaktivieren.

Epidemiologie
Das Wirtsspektrum beschränkt sich auf die Hasenartigen (Lagomorpha). Bemerkenswert ist die altersabhängige Empfänglichkeit. Jungtiere bis zu einem Monat scheinen nicht empfänglich zu sein. Die neue RHDV-2 Variante verursacht hingegen gerade unter Jungtieren hohe Verluste. Die  Ausscheidung des Virus erfolgt über nahezu alle Sekrete und Exkrete. Die Übertragung kann daher direkt geschehen, doch können auch Insekten das Virus rein mechanisch verbreiten.

Pathogenese und Klinik
Die Inkubationszeit beträgt 24 – 72 Stunden.
Die ersten Krankheitssymptome sind wenig charakteristisch: Dyspnoe, Inappetenz, Apathie. Bei perakuten und akuten Verläufen zeigen die Tiere Blutungen aus der Nase und dem Maul, Schmerzen und Atemnot. Später wird auch häufig blutiger Durchfall beobachtet. Erkrankte Kaninchen verenden innerhalb weniger Stunden bzw. Tage.
Bei akut erkrankten Tieren bestehen sehr geringe Heilungsaussichten.
Das pathologische Bild ist geprägt durch nekrotische Hepatitis, hämorrhagische Gastroenteritis, Splenomegalie und Lungenödem.
Daneben gibt es eine stille Durchseuchung ohne jede Krankheitserscheinung. Diese ist typisch für den weit verbreiteten avirulenten (engl. non-pathogenic) Stamm des RHDV, den N-Stamm.

Diagnose
Die Diagnose kann an Hand des pathologisch-anatomischen Befundes gestellt werden. Eine virologische Diagnose ist über den Nachweis von Viruspartikeln in der Leber mittels Elektronenmikroskopie oder PCR möglich. Das Virus lässt sich nicht in Zellkulturen vermehren.

Bekämpfung und Prophylaxe
Es sind inaktivierte und rekombinante Impfstoffe gegen die klassischen RHDV-Stämme und inaktivierte Impfstoffe gegen RHDV-2 verfügbar. Eine regelmäßige Impfung der Kaninchen entsprechend den Impfempfehlungen wird dringend empfohlen.
Bei Verwendung des rekombinanten Impfstoffes auf Basis des gentechnisch modifizierten Myxomatosevirus wird auf die Einhaltung der empfohlenen Zeitintervalle hingewiesen